Bienen sterben - Bienensterben

Bienen sterben. Wie jedes Lebewesen früher oder später.

 

Arbeitsbienen werden im Sommer 3 bis 6 Wochen alt.

Arbeitsbienen, die über den Winter kommen sollen, haben sich im Herbst ein größeres Fettpolster angelegt und müssen weniger oder sogar überhaupt nicht arbeiten. Sie werden bis zu 7 Monate alt.

Drohnen gibt es nur im Sommer und sie werden einige Wochen alt. Im Spätsommer werden keine neuen Drohnen mehr herangezogen und die alten sterben. Sie werden nur in der Zeit von Mai bis August zur Begattung neuer Königinnen gebraucht. Im Winter wären sie unnütze Fresser und werden deshalb im Spätsommer von den Arbeiterinnen regelrecht aus den Völkern vertrieben.

Königinnen können einige Jahre alt werden. Aber ihre Legeleistung lässt im 2. Jahr deutlich nach, sodass sie der Imker irgendwann gegen eine jüngere austauscht.

 

Aber Bienen sterben auch eines unnatürlichen Todes.

-   Da gibt es mehrere Schädlinge. Besonders gefährlich sind eine Art Milben (Varroamilben),

    die die Bienen und ihre Brut anstechen und die Lymphe (also ihr Blut) aussaugen. Das

    schwächt die Bienen und auch die Brut kann sich nicht voll entwickeln. In die angestochenen

    Stellen können Viren, Pilze und Bakterien eindringen und die Biene krank machen.

-   Weiterhin verringert sich die Nahrungsgrundlage der Bienen durch einseitige Bewirt-

    schaftungsformen in der Landwirtschaft. Es gibt keine Blühstreifen mehr, wo Pollen für die

    Brut gesammelt werden kann. Gifte, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden schwächen

    die natürliche Abwehr der Biene, sodass sie leichter von Krankheitserregern angegriffen

    werden können.

-   Die Luftverschmutzung vermindert das „Riechvermögen“ der Bienen, um Pflanzen zu finden,

    die Nektar und Pollen enthalten.

-   Saatgut wird mit giftigen Stoffen gebeizt, damit Schädlinge von der daraus wachsenden

    Pflanze abgehalten werden. Der Wind trägt den Abrieb vom Saatgut auf Blühflächen. Dort

    können Bienen mit dem Gift in Kontakt kommen. Das hat 2008 am Oberrhein zu einem

    großen Bienensterben geführt. Die von der Pflanze aufgenommenen Gifte werden über die

    Spaltöffnungen abgegeben. Bienen, die das Wasser trinken werden dadurch geschädigt.

    Zumindest drei dieser hochgiftigen Mittel wurden von der EU 2018 nun endlich zur Anwendung

    im Freiland verboten! Aber andere Gifte werden immer noch in großem Umfang angewendet. Und

    als Ersatz für die verbotenen gibt es auch schon wieder neu erfundene Mittel!

-   Die Klimaveränderung setzt den Bienen ebenfalls zu. In durchgehend kalten Wintern sitzen

    die Bienen in einer Art Kugel zusammen und halten sich durch Muskelbewegungen gegen-

    seitig warm. Sie brauchen kaum zu arbeiten. Hauptsache die Königin hat in der Kugelmitte

    ihre 35 °C. In warmen Wintern dagegen kommt das Volk nicht zur Ruhe, da es ja brüten

    kann. Es ist warm genug, größere Bereiche des Bienenstockes zu erwärmen. Dieses

    verstärkte Heizen ist aber Mehrarbeit für die Arbeitsbienen, die sich dann vielleicht doch zu

    schnell abarbeiten und den Winter nicht überstehen. Durch die vorhandene Brut kann auch

    die Varroamilbe besser den Winter überleben, da sie wieder Brut anstechen kann und somit

    Nahrung findet. So kann in Frühjahr das Volk schon tot sein, bevor das erste Blühen in der

    Natur beginnt.

 

Wenn dann der Imker auch noch so genannte chemisch-systemische Mittel (in der ökologischen Bienenhaltung verboten!) gegen Krankheiten und Schädlinge einsetzt, die sich im Bienenkörper, dem Volk, dem Wachs und letztendlich auch im Honig anreichern, ist die Anpassungsfähigkeit der Biene erschöpft.

(Nachgewiesen in einer Studie, die feststellt, dass Chemische Behandlungsmittel, die durch Imker verabreicht werden, zu Schäden des Immunsystems der Bienen führen: Crop Pollination Exposes Honey Bees to Pesticides Which Alters Their Susceptibility to the Gut Pathogen Nosema ceranae”  Pettis et. al. 24. Juli 2013 )

 

Mit vielen Problemen hat das Bienenvolk in Jahrmillionen gelernt umzugehen.

Die Lebensbedingungen ändern sich in den letzten Jahren aber schneller und gravierender. Deshalb sterben Bienen öfter auch im großen Umfang.

 

Spiegel-Online vom 16.06.2016

"Nein, den einen einzigen Grund für das geheimnisvolle Bienensterben, das viele Völker den Winter nicht überleben lässt, gibt es nicht. Milben tragen wohl eine Mitschuld am sogenannten Colony Collapse Disorder (CCD), vielleicht sogar Sonnenstürme, Viren und Bakterieninfektionen ebenso - und die Belastung der Bienen durch Insektizide. Forscher ...  haben entdeckt, dass sogenannte Neonikotinoide selbst in geringen Konzentrationen den im Futtersaft von Ammenbienen enthaltenen Botenstoff Acetylcholin vermindern. Das Signalmolekül ist jedoch für die Larvenaufzucht von Honigbienen wichtig. Fehlt es, sterben die Bienenlarven in Laborversuchen früher. ... 'Unsere Forschungsergebnisse bestätigen das von Neonikotinoiden ausgehende Risiko für die Brutentwicklung von Honigbienen', so Ignatz Wessler vom Institut für Pathologie an der Universitätsmedizin Mainz."

 

Dazu aus Brüssel am 24.01.2011:

„Die EU macht sich Sorgen um ihre Bienenvölker.  >>Der Gesundheitszustand der europäischen Bienen ist sehr, sehr besorgniserregend<<, sagte Ungarns Landwirtschaftsminister Sandor Fazekas am Montag bei einem Treffen mit seinen Amtskollegen in Brüssel. Ungarn führt turnusmäßig die Amtsgeschäfte der Union.

Nun zwingt das weltweite Sterben der Pflanzenbestäuber die EU-Kommission zum Handeln. >>Es ist ernst<<, sagt EU-Agrarkommissar John Dalli.

Die Kommission appelliert an die Industrie, neue Medikamente für Bienen zu entwickeln.“

 

Unsinnigerweise werden auch hier wieder neue Medikamente gefordert. Warum? Es ist bekannt, dass die Bienen sterben, weil sie mit der zerstörten Umwelt nicht mehr zurechtkommen. Man muss also die Ursachen beseitigen, sonst setzt man doch die Spirale nur immer weiter fort! Es muss doch wohl besser heißen: Es müssen weniger Gifte eingesetzt werden!

 

Eigenartig die folgende Mitteilung:

 

Spiegel-Online vom 03.05.2007

„>>Zudem hat die Entzifferung des Honigbienen-Genoms einige beunruhigende Erkenntnisse gebracht: Das Insekt verfügt über keine besonders gute genetische Ausstattung, um Giften oder Krankheiten zu widerstehen. Fruchtfliegen oder Mücken besitzen die doppelte Zahl an Genen für die Bekämpfung von Toxinen<<, sagt etwa May Berenbaum, Insektenkundlerin an der University of Illinois. >>Honigbienen könnten gegenüber Krankheiten und Giften besonders verwundbar sein<<, so die Forscherin.“

 

Und das ist auch gut so! Seit Millionen von Jahren hat sich das bewährt!

Jede einzelne Biene, die außerhalb des Bienenstockes mit Giften in Kontakt kommt, stirbt deshalb noch bevor sie das gesamte Volk anstecken kann. Hat sie also giftigen Nektar aufgenommen, kommt der nicht im Volk an und kann so auch nicht zu Honig verarbeitet werden.

Jede Biene die im Stock krank wird, verlässt umgehend das Volk, um die anderen nicht anzustecken. 

Bienen sind immer "ein Volk". Ein einzelnes Individuum, ob Arbeiterin, Drohn oder Königin kann nicht allein existieren. Man sagt auch deshalb „DER BIEN“ für ein Bienenvolk.

Eine einzelne Biene ist ein winziges Teilchen im Gesamtsystem des Volkes. Dieses Volk gilt es zu erhalten und den Bestand zu sichern. Eine sterbende einzelne Biene schützt das gesamte Volk.

Hoffentlich bleibt sie deshalb auch weiter hin „gegenüber Krankheiten und Giften besonders verwundbar!"

Und wenn die Bienen doch sehr kleine Mengen an Giften eintragen, hat es dann der Imker in der Hand eine gefährliche Anreicherung zu verhindern - durch ökologische Handlungsweise!

 

Bienenwunder-Erstaunliches von und über Bienen

 

Der Nutzen der Bienen